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Katholischer Gefängnisverein organisiert Zauberworkshop für Straftäter

Jugendstrafvollzugsanstalt Siegburg      

SIEGBURG. "Samstagmorgen, halb zehn Uhr im Knast", schmunzelt ein Häftling nachdem ihm ein Zaubertrick einfach nicht gelingen will. Es müsse wohl an der Müdigkeit liegen, wie er selber vermutet, oder daran, dass man für diesen Zaubertrick mit buntem Stofftuch und Seilja wohl "acht Arme" brauche. Doch aufgeben, das gibt es für ihn nicht. Zu sehr haben ihn die Zaubertricks seines Meisters, Winfried Reers, gepackt und verblüfft.

Zauberer Winfried Reers bringt den jungen Zauberlehrlingen den
Trick mit Seil und Tuch bei. Die Häftlinge der Jugendstrafvollzugsanstalt
Siegburg müssen sich konzentrieren. Foto: Holger Arndt

Sechs vermeintlich harte Jungs sitzen hier im Zauberkursus des Katholischen Gefängnisvereins vor ihrem Lehrer und verfolgen mit gebannten Blicken jede einzelne Bewegung Reers, um auch den neuen Zaubertrickzu durchschauen. Und doch stellt sich nach jedem weiteren Trick immer wieder die Frage: "Wie macht der das eigentlich?".

"Verrate nie deinen Trick", sei ja eigentlich das Gebot eines jeden Zauberers, erklärt Reers. Doch für die Teilnehmer der Jugendvollzugsanstalt macht er an zwei Workshoptagen eine Ausnahme. Dazu hat er mit der Unterstützung von Werner Kaser, Geschäftsführerdes Gefängnisvereins, jeweils eine "Zauberkiste für Zauberlehrlinge" zusammengestellt. Gespickt sind diese mit Spielkarten, bunten Stofftüchern, Zauberseilen und anderen Materialien.

Und dann heißt es: üben, üben, üben. Geduldig erklärt Reers, der selber Mitglied im Magischen Zirkel ist und seit Jahrzehnten Zuschauer mit seinen Zaubertricks beeindruckt, seinen Schützlingen, wie der Trick funktioniert und worauf es bei der perfekten Illusion ankommt. Ein reibungsloser Ablauf mit gekonnter Show seien das A und O für einengelungenen Zaubertrick, so Reers. Nur so könne der Zuschauer überzeugt werden.

"Wie haben wir es gelernt, was musst du sagen, versuch es noch mal", ist nun das immer wiederkehrende Ritual, das Reers durchläuft, bis wirklich alle Häftlinge die Kunst durchschaut und selber verinnerlicht haben. "Wer erfolgreich zaubern möchte, der muss sich konzentrieren können.

Den meisten Häftlingen fällt dies schwer", meint Werner Kaserdazu. Doch genau diese Momente, wenn ein Häftling "Ey krass, wie hab ich denn das gemacht?" mit ungläubigen und zugleich stolzen Worten ruft, nachdem er endlich den Trick beherrscht, motivieren Reers bei seiner Arbeit mit den jugendlichen Straftäternimmer wieder.

Und auch Werner Kaser sieht in diesem Zauberkursus immer wieder eine Bereicherung. "Wenn die Bewohner bisher immer nur negativ in Erscheinung getreten sind, so können sie nun zeigen, dass noch mehr in ihnen steck", ist er überzeugt. Außerdem werden die "Jungs dadurch einfach selbstbewusster. Und Applaus tut schließlich jedem gut", so Kaser.

Artikel vom 10.09.2012

Von Inken Losch




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